Da bin ich wieder :)

Samstag, 17.11.2012

Hallo ihr, hier bin ich endlich wieder... tut mir Leid, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe. Doch dummerweise hatte ich mir nach Mombasa eine eklige Erkältung eingefangen, mit Fieber, Schnupfen, Husten und allem was dazu gehört. Dadurch lag ich leider fast die ganze Zeit nur im Bett und habe nicht so sonderlich viel erlebt. Außerdem funktioniert mein Internet im Moment nicht so richtig, ich hatte die letzten zehn Tage gar keins, mittlerweile ist es höchstens eine Stunde da.

Aber sonst geht es mir wieder besser. Als am Montag zwar meine Erkältung großteils weg war, aber meine Kopfschmerzen nicht nachgelassen hatten und ich immer noch ab und zu Fieber hatte, bin ich doch mal zum Arzt gegangen. (Man weiß ja nie, was man sich hier so einfängt!). Er hat mir dann ein leichtes Antibiotika verschrieben, und jetzt geht es aufwärts :) Ich will ja auch meine Tage hier so richtig ausnutzen, den mein Aufenthalt neigt sich ja langsam dem Ende zu. Heute in zwei Wochen werde ich wieder dicke Klamotten tragen müssen, um nicht zu erfrieren. Im Moment kann ich mir das gar nicht vorstellen, die letzten Tage war es einfach so unglaublich heiß hier. Die Sonne brennt, es ist tagsüber keine Wolke am Himmel und auch nachts kühlt es kaum noch ab. Da muss man wirklich aufpassen, dass man genug trinkt und sich keinen Sonnenstich holt.

In letzter Zeit war ich viel im Waisenhaus und habe mit den Kindern und Babys gespielt und sie gefüttert. Die sind wirklich alle so unglaublich goldig! :)

Sophia mit Oliver, ich mit Alvin

Als wir aber am Dienstag ins Waisenhaus gekommen sind, gab es eine traurige Nachricht. Ralf, ein kleines Baby, das vor etwa einem Monat von einer kenianischen Familie adoptiert wurde, ist an Malaria gestorben. Scheinbar hatte man es am Anfang nicht gleich gemerkt, und dann kam die Medizin zu spät. Für so kleine Kinder, ohne starkes Immunsystem, ist es meistens tödlich. Das war wirklich heftig, als wir das gehört hatten. :(

Baby Ralf und Ronja Baby Ralf

Am Donnerstag war ich noch einmal oben in Mbale. Der Wassertank ist jetzt so gut wie fertig aufgestellt und mit den Regenrinnen verbunden. Bald werden viele das frische Regenwasser nutzen können :) Das ist wirklich schön. Gerade auch für viele Ältere, die nicht mehr zum Fluss laufen können, um Wasser zu holen, ist das eine wirkliche Erleichterung! Wir haben uns unter anderem auch die Füße der behandelten Kinder angeschaut. (Die Jiggers hatten). Recky hatte sich nämlich bei einer Ärztin informiert, und meinte, dass das, was wir getan haben, noch nicht alles war. Die Larven dieser Sandflöhe, die in den Füßen sind, müssen auch noch herausgeholt werden. Wir wollen jetzt versuchen, ob wir sozusagen ein "medical camp" nur für diesen Zweck machen. Einem Mädchen hatten wir erst neue Schuhe gekauft, jedoch waren wir ganz verwundert, als dieses sie nicht trug. Die Antwort von ihr war aber wirklich goldig: Sie will bis Weihnachten damit warten, war ja schließlich ein Weihnachtsgeschenk! :)

Gestern ist Recky vorbeigekommen und hat uns bei gebracht, wie man Chapatis macht! :) Ich lieeebe Chapati! Es ist eine Art indisches Fladenbrot und unglaublich lecker. Jetzt kann ich es also auch daheim machen :D Lecker!


 

Das wars auch erstmal wieder von mir :) Bis bald! Und denkt dran: HAKUNA MATATA :)

 

Hakuna matata, diesen Spruch sag ich gern

Hakuna matata, gilt stets als modern

Es heißt, die Sorgen bleiben dir immer fern

Keiner nimmt uns die Philosophie

Hakuna matata

 


Eine Woche Urlaub :)

Freitag, 02.11.2012

Hallo ihr Lieben :) endlich melde ich mich wieder. Ich war nämlich in der letzten Woche unterwegs! Ich bin heute erst nach Hause gekommen, und werde nun nicht mehr allzu viel hier rein schreiben, aber morgen und die nächsten Tage meinen Reisebericht vervollständigen! Also immer schön runterscrollen ;)

Aber von vorne. Letzte Woche Donnerstag ging es los. Unser (Recky, Sophia, Ronja & ich) Plan war es, Donnerstag mit dem Bus nach Nairobi zu fahren, dort zwei Nächte bei Reckys Schwester zu übernachten, und Samstag sollte es dann weiter per Bus nach Mombasa ans Meer gehen. Dort hatte Recky nämlich mal eine Zeit lang gelebt, viele Freunde, die sie lange nicht mehr gesehen hat, und mit uns hatte sie endlich mal wieder die Möglichkeit, sie zu treffen. Wir würden netterweise bei einer Freundin von ihr unterkommen.

Donnerstag um 8 Uhr ging es also los. Ich war ja schon etwas skeptisch, was die Busreise anging, aber es war wirklich okay. Im Vergleich zu den deutschen Bussen hatten eine Menge Platz :D Der Bus war auch wirklich in Ordnung. Zwar sah er von außen etwas klapprig und alt aus, und es gab keine Klimaanlange oder so, aber man konnte die Fenster aufmachen, und dadurch war die Hitze wirklich erträglich. Ich hatte mir meinen Mp3-Player mitgenommen, Musik und Hörbücher darauf geladen, und natürlich mein eBook. (Vielen Dank nochmal an Cordula & Family, das war das beste was ich hätte kriegen können! Alle, die mich besser kennen, wissen was für eine Leseratte ich bin :D ). Aber während der Fahrt kam ich eigentlich gar nicht dazu. Zum einen, weil der Weg teilweise unglaublich holprig war, und man jedesmal in die Luft gehüpft ist, zum anderen, weil ich irgendwie die ganze Zeit damit beschäftigt war, aus dem Fenster zu blicken. Es war so toll mitanzusehen, wie sich nach und nach die Landschaft verändert. Während in Kisumu und Umgebung noch alles unglaublich grün ist, Teeplantagen sind so weit das Auge reicht, wird es Richtung Nairobi immer trockener und staubiger. Ich habe die ganze Zeit nach irgendwelchen Tieren Ausschau gehalten, aber leider keines erblicken können. 

Nach etwa 8 Stunden Busfahrt sind wir dann endlich in Nairobi angekommen. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber sicher nicht das: unmengen von Verkehr (dort gibt es zwar Ampeln, aber es fährt sowieso jeder wann er will), teilweise große, gläserne Gebäude, und so viele Menschen. Nachdem wir also aus dem Bus gestiegen waren, sind wir mit einem Taxi zu dem Haus von Reckys Schwester gefahren. Dort wurden wir dann herzlich von der Haushälterin begrüßt, eine so unglaublich fröhliche Frau, sie lacht ungefähr immer! Wir haben dann erstmal unsere Sachen aufs Zimmer gebracht und uns etwas ausgeruht. Abends gab es dann richtig lecker zu essen! Gegen halb 9/9 kamen dann auch Reckys Schwester und ihr Mann. Sie sind wirklich nett und haben uns herzlich bei ihnen willkommen geheißen.Wir saßen dann noch alle zusammen bis etwa 23Uhr bei ihnen im Wohnzimmer zusammen und haben ferngesehen und geredet. Dann wurde gebetet. Ronja und Sofia haben mir dann erzählt, dass das jeden Abend so läuft (die beiden waren schonmal für eine Woche dort). Immer gegen 22-23Uhr kommen alle nochmal aus ihren Zimmern und beten zusammen. Eigentlich dürfte mir wirklich nichts mehr passieren, so viele sagen zu mir "God bless you". :) Danach "durften" wir dann auch endlich ins Bett :)

Am nächsten Tag haben wir dann das Busticket für Mombasa gebucht - für Samstag um 9 Uhr. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dass wir blöden für 9 Uhr PM (also Abends) und nicht für 9 Uhr AM (morgens) gebucht hatten. Der Tag verstrich also nach und nach und abends sind wir noch mit Reckys Nichte ins Kino gegangen. In einen kenianischen Film "Nairobi half life". Habe gerade, als ich es gegooglet habe, gesehen, dass er auch in Deutschland rauskommt. http://www.dw.de/mein-film-zeigt-das-echte-nairobi/a-16302913

Der junge und ehrgeizige Mwas (Joseph Wairimu) träumt davon, endlich in einer großen Stadt als Schauspieler ganz groß rauszukommen. Um seinen Wunsch zu verwirklichen, beschließt er entgegen den Ratschlägen seines Bruders und der Eltern, nach Nairobi zu fahren, um dort das große Glück zu finden. Doch zunächst muss er am eigenen Körper erfahren, dass Nairobi nicht sofort die erwünschten Möglichkeiten bietet. Kaum angekommen, wird sein ganzes Hab und Gut gestohlen. Allein und ohne eine Menschenseele zu kennen schlägt er sich durch die unbekannten Straßen. Anschluss findet Mwas bei dem Anführer einer kleinen Gang. Aufgrund seiner Notlage wird er ein Mitglied der Gruppe und es beginnt ein Teufelskreis. Denn obwohl er weiterhin davon träumt, als seriöser Schauspieler Fuß zu fassen, gerät er immer tiefer in den Strudel aus Diebstahl und Gewalt und lernt die Schattenseiten von Nairobi kennen… (Quelle:
http://www.filmstarts.de/kritiken/212555.html)

Der Film war wirklich beeindrucken und heftig, wie ein einfacher Junge aus dem Village seinen Traum verwirklichen will. Terry (Reckys Nichte) meinte auch nach dem Film, dass da eigentlich nichts wirklich übertrieben ist, genauso geht es an manchen Stellen in Nairobi zu. Bandenkriege, Korruption der Polizei, Gewalt, Unterdrückung, Diebstähle... Wirklich heftig.


Am nächsten Tag sind wir also früh aufgestanden, um um 9 Uhr Bus in der Früh (wie wir dachten) zu nehmen. Dort angekommen wurden wir natürlich erst einmal aufgeklärt. Der Nachtbus kam aber für uns nicht in Frage, zum Glück konnten wir umbuchen und nahmen somit den Bus am Sonntag um 9 Uhr.

Am nächsten Tag ging es dann also los nach Mombasa. Wir waren pünktlich da, der Bus fuhr auch recht pünktlich los, dummerweise brauchten wir erst einmal ungefähr 2 Stunden durch den Verkehr in Nairobi, um überhaupt aus der Stadt rauszukommen. Als wir dann aber draußen waren, verlief soweit alles gut...bis auf die Tatsache, dass die Klimaanlage nicht funktionierte und wir auch keine Fenster öffnen konnten. Die Temperatur in dem Bus stieg also immer mehr...wir hatten dort bestimmt 30°C drin. Es war wirklich anstrengend, und an Erholung war bei mir nicht zu denken. Aber dafür habe ich einiges gesehen: zunächst bestimmt 10 Giraffen, die am Wegesrand standen. Ich war total begeistert! Dann noch Affen und etwas weiter entfernt einen Elefanten. Das war wirklich toll! :D

Nach der ewig langen Busfahrt (es war gegen 8Uhr) kamen wir endlich unglaublich verschwitzt in Mombasa an. Es war schon stockdunkel, daher konnten wir leider nicht so sehr viel sehen, aber man roch schon das Meer! Reckys Freundin holte uns dann ab, wir aßen dann zusammen bei ihr und sind auch recht schnell ins Bett gegangen :)

Garten von Reckys Freundin Mombasa

Am nächsten Tag sind wir natürlich erstmal an den Strand gegangen. Es war so wunderschön. weißer, weicher Sand, überall Palmen...nur leider war das Wasser wirklich viel zu warm. In Mombasa ist es unglaublich heiß, und leider auch unglaublich schwül. Sobald man irgendwie draußen war hat man angefangen zu schwitzen. Von daher hatten wir auf eine Abkühlung gehofft, was wir aber leider im Meer nicht bekommen haben. Auf einmal kamen aber auch noch drei Männer mit Kamelen vorbei... natürlich mussten wir gleich mal auf ihnen reiten. Ich bin noch nie auf einem Kamel geritten, aber es war wirklich unglaublich lustig und wackelig. Das war ein Spaß! :D

Wunderschön

Danach sind wir zum "Mamba Village", einer Krokodilfarm, gegangen.Dort wurden wir dann herumgeführt, haben die verschiedenen Krokodiele beobachten können, die dort gezüchtet werden. In einem Becken waren ungefähr 200 kleinere Krokodile! Wirklich unglaublich. Wir durften dann später noch Babykrokodile auf die Hand nehmen. Uiuiui...auch wenn ich wusste, dass die eigentlich nichts machen, war ich recht nervös :D besonders, als das Krokodil, das auf meinem Kopf saß, plötzlich runtergefallen ist. Naja, mir ist ja zum Glück nichts passiert. Danach ging es noch zu "Big Daddy", einem mittlerweile 120 Jahre alten Krokodil. Er ist 6 Meter lang und 1000kg schwer und hat, bevor er nach Mombasa kam, Menschen gefressen. Er ist mit die Haupattraktion in dem Park. Er und das Restaurant, in dem es Krokodilfleisch gibt. Natürlich mussten wir wenigstens ein bisschen davon probieren. Wir bekamen so einen kleinen Spieß mit dem Fleisch, das in Curry angebraten war, dadurch wissen wir ehrlich gesagt nicht wirklich, wie das Fleisch ansich schmeckt. So war es nicht schlecht, wie etwas zäheres Hühnchen vielleicht.

Big Daddy

Außerdem waren wir in den drei Tagen noch im Haller-Park.

Der Haller Park (Mombasa) ist ein Mini-Safaripark in einem verlassenen Steinbruch der Bamburi Portland Zementfabrik.

Hier sieht man ein ökologisches Wunder, bestehend aus 35 ha Wald, einer ganzen Menge wilder Tiere, 120 verschiedenen Vogelarten, Tilapia-Fischen in jeder Größe und einer Krokodilversuchsfarm.

Aus dem häßlichen, kahlen Steinbruch ist durch ein gezieltes Aufforst- ungsprogramm (entworfen von dem Schweizer Dr. Rene Haller) im Laufe von 30 Jahren ein Erholungspark entstanden, der mit dem UNO Umweltpreis ausgezeichnet worden ist. (Quelle: http://www.kenyasafaris.de/reservarte/94-haller-park.php?sprache=deutsch&dis_b=block )

 

Dort gab es ganz viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten zu sehen und, was für mich das Highlight war, ganz viele Giraffen!

Naja, wir waren dann natürlich noch in der Stadt drin, wobei mir das irgendwie alles viel zu viel Verkehr und vieel zu heiß war :D Aber die drei Tage gingen recht schnell rum, und ehe wir uns versahen waren wir schon wieder auf der Heimreise (diesmal mit Klimaanlage). 

Es war auf jeden Fall eine wunderschöne Zeit!

Viele glückliche Gesichter :)

Sonntag, 21.10.2012

Hier bin ich also wieder :) Recky und ich konnten in der letzten Zeit eingies machen. Wir haben zusammengesetzt, und überlegt, was wir mit dem gespendeten Geld machen würden. Wir haben also eine Liste gemacht. Wir schrieben Lebensmittel, Seife, Matratzen, Mosquitonetze, Decken, etc. darauf. Wir wollten einmal der Mutter mit den acht Kindern einen Großteil dieser Dinge abgeben, den Rest wollten wir einem alten Mann, der kaum noch Laufen kann, und einer Großmutter mit acht Enkelkindern und Urenkeln, geben.

Ich beim Schuhe kaufen Vollbepackt Auf gehts im Tuctuc nach Hause :)

Gestern ging es also los nach Mbale. Das Auto war vollgepackt bis oben hin. Die verschiedenen Familien waren so unglaublich dankbar für alles. Ein Junge kam aus dem Grinsen nicht mehr raus, als er seine Schuhe in der Hand hielt. Der Großvater sagte erst einmal: "Ach hätte er gewusst, dass wir kommen, hätte er sich besser angezogen." Die Großmutter der anderen Familie hat die ganze Zeit gelacht, sich bei uns bedankt und ist soweit es eben ging in die Luft gesprungen :) Es war schön, diese Gesichter zu sehen.

Vollgepacktes Auto Die arme Frau mit nur 3 ihrer 8 Kinder Der Großvater

In der einen Familie waren auch zwei Jungs, die wir im Medical Camp mit dem Fußdesinfektionsmittel behandelt haben. Bei einem Jungen ist es mittlerweile besser geworden, bei dem anderen sieht es eigentlich unverändert aus. Wir wollen jetzt versuchen, nocheinmal diese Mittel zu bekommen, um ihn und auch andere weiterzubehandeln. Ich weiß jetzt übrigens, was das genau ist. Und zwar nennt sich das "Jigger", was "Sandfloh" bedeutet.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tunga_penetrans)

Tunga penetrans (im englischen meist auch jigger genannt) ist ein Floh aus der Familie der Sandflöhe (Tungidae). Wie andere Flöhe auch, ist er ein Parasit und befällt Säugetiere in der Fußgegend (Tungiasis). Er ist in den tropischen Gebieten von Amerika (ursprüngliche Heimat), Afrika und Asien zu finden.

Merkmale

Die Tiere werden ein bis zwei Millimeter lang und haben einen seitlich abgeflachten Körper. Wie alle Flöhe sind sie flügellos, haben aber zu Sprungbeinen entwickelte Hinterbeine.

Das Männchen erreicht eine Größe von 0,5 bis 0,7 Millimeter, das Weibchen 0,5 bis 6 Millimeter im vollgesogenen Zustand. Die bevorzugten Wirte sind der Mensch und große Haustiere.

Lebensweise

Tunga penetrans lebt auf sandigen Böden. Sie ernähren sich parasitisch von Blut verschiedener Säugetiere, also auch des Menschen. Das Weibchen bohrt sich in die Haut des Wirtes (vorwiegend unter den Zehennägeln) ein und wächst innerhalb von 8 bis 10 Tagen zu einer Größe von vier bis zwölf Millimetern Durchmesser an. Der Parasit ist dann als papulo-noduläre Struktur zu tasten, eventuell kann eine kleine Öffnung beobachtet werden, wobei ein Teil des Abdomens mit dem Ovidukt und den Stigmen über die Hautebene hinausragen kann. Die Begattung erfolgt erst hier über Männchen, die sich über das Hautniveau bewegen. Das Weibchen sondert einige tausend Eier ab, die auf den Boden fallen und sich hier in ca. 3 Wochen über Larven (nach ca. drei bis vier Tagen) zu Puppen und adulten Flöhen weiterentwickeln. Das Weibchen stirbt noch im Körper des Wirtes steckend.

Erkrankung

Die Tungiasis ist eine harmlose, wenn auch störende Erkrankung. Durch das Eindringen des Parasiten unter die Haut können jedoch andere Mikroorganismen das Gewebe infiltrieren, wobei es zu Sekundärinfektionen kommen kann. Neben Ulcerationen ist hierbei die Infektion mit Clostridium tetani besonders gefährlich.

Therapie

Bei einem Befall wird der Floh unter Lokalanästhesie chirurgisch entfernt. Antiseptische Maßnahmen zur Verhinderung einer Sekundärinfektion sind zu ergreifen. Auf einen aktuellen Tetanusschutz ist zu achten.

:(

 

Ich hoffe wirklich, dass wir das mit der Desinfektion öfter hinbekommen.

 

Alles in allem war der Tag wirklich erfreulich. Es war schön den Menschen dort wenigstens ein bisschen das Leben zu erleichtern und die Rührung in ihren Augen zu sehen. :) Vielen lieben Dank an meine Familie, ohne deren Spende das nicht möglich gewesen wäre! Ich denke an euch! :-*

Meine restliche Woche...

Mittwoch, 17.10.2012

Hallo ihr Lieben :)

Ich melde mich auch mal wieder ;) Wie gesagt muss ich euch ja noch über meine Erlebnisse vor meiner Wanderung berichten. Letzten Dienstag war ich nämlich zum ersten Mal in den Slums. Die befinden sich gar nicht weit weg von mir, wenn man meine Straße weiterläuft, stößt man auf sie. Ich war mit Mr. Pabari und den Holländerinnen in den Schulen dort Wurmtabletten verteilen. Wir haben glaube ich insgesamt 25 Schulen aufgesucht. Manche Schulen, da war ich wirklich beeindruckt, waren von außen schön bemalt, hatten Plakate mit Wörtern und Bildern darauf und hatten sogar ein "Feeding-Program", d.h. die Kinder bekommen dort etwas zu essen. Eine Schule hatte sogar eine Schaukel und ein kleines Karussell im Hof. Manche Schulen hatten bis zu 120 Schüler, manche dagegen gerade mal 12. Wir fuhren immer weiter in die Slums hinein, und ich konnte es gar nicht fassen wie viele Schulen es dort gibt. Oft reicht das Alter von 1 Jahr bis 7 Jahre. Trotz aller Armut haben die Kinder eine Lebensfreude ausgestrahlt. Sie wirkten so unglaublich fröhlich, wir wurden über all mit begeisterten "Muzungu" Schreien begrüßt. Es war wirklich rührend, wie schnell man ihren Tag zu einem besonderen machen kann.

Mein erster Eindruck von den Slums war gar nicht so schlimm. Die Hütten vermittelten einen recht trockenen und guten Eindruck, ich hatte das Gefühl, dass es für die meisten Menschen eben ihr Zuhause ist, dass es sowas wie eine eigene kleine Gemeinde ist, wo jeder jedem hilft und jeder jeden kennt. Was mich aber wirklich geschockt hat, war der Dreck und der Gestank. Es roch dort in den Straßen wie in einem Kuh- oder Schweinestall. die "Wege", soweit man sie als solche bezeichnen kann,  waren nicht mehr zu sehen. Sie waren bedeckt vom Plastik, den hier einfach alle Leute fallen lassen. Ab und zu gab es ein paar riesige, versiffte, Dreckpfützen, wo die ganzen Mosquitos angezogen werden und herkommen. Die Luft stand in den Gassen, es wehte kein Windzug und überall liefen die Kühe, Ziegen und Hühner herum. Das Fleisch wurde in der Hitze verkauft, ohne Kühlung...Ich war irgendwie froh, als wir fertig waren. Aber gleichzeitig ist es auch ein komischer Gedanke, dass man jetzt wieder in seine Wohnung, mit fließendem Wasser, Strom, Betten... zurückkehrt. :(

Ein bisschen Fleisch?

 

Am Mittwoch haben wir nochmal den Tag in Mbale verbracht. Durch Geldspenden konnten wir nämlich jetzt endlich einen riesigen Wassertank besorgen, der an diesem Tag geliefert wurde. Jetzt kann endlich das Regenwasser aufgefangen werden, und zum Essen, Trinken, Waschen verwendet werden. Gerade auch für die Älteren ist es eine unglaubliche Erleichterung. Die Kinder waren begeistert, sie waren richtig beeindruckt von dem großen Tank. Ich glaube, sie wussten teilweise noch nicht wirklich, für was er mal nützlich sein würde. Aber es war auch so goldig, wie sie alle aufgeregt plapperten, immer wieder hinrannten, und ihn betrachteten. Die Jungs fanden währenddessen das Auto, mit dem er gebracht wurde, sehr viel interessanter! Es war wirklich schön, die Dankbarkeit in den Augen der Älteren zu sehen.

Der Wassertank kommt an Das tolle Auto! Was ein Blick Ein Mädchen, das erst vor kurzem in den Kindergarten gekommen ist. Man merkt den Unterschied zu den anderen. Na? Findet ihr mich? :) Die Kinder am Essen

Am Freitag war ich mit Recky in dem "Hope-Office". Wir haben nämlich eine Spende von 450€ bekommen ( Hier einen unglaublich herzlichen Dank, Mama,Papa, Oma & Opa! ). Wir haben uns also zusammengesetzt und überlegt, was wir mit dem Geld machen wollen. Wir kamen jetzt zu dem Schluss, dass wir der Familie mit den acht Kindern - ich berichtete - Matratzen, Moquitonetze, Schuhe, Essen...besorgen wollen. Mit dem Geld kann man wirklich einiges machen. Morgen wollen wir dann alles besorgen und im Laufe der Woche nach Mbale schaffen. Ich freue mich wirklich auf die Dankbarkeit in den Augen der Familie. Es ist schön, helfen zu können!

Gestern war ich mit Mr. Pabari und den Holländerinnen im Kindergefängnis hier in Kisumu. Die Holländerinnen waren dort an ihrem ersten richtigen Arbeitstag und wurden auch herumgeführt. Wir waren dort, haben Wurmtabletten, Kekse und Säfte verteilt, haben Wundbehandlung gemacht und danach noch mit ein paar Jungs Fussball gespielt. In dem "Gefängnis" leben, so habe ich mir erzählen lassen, Kinder, die wirklich etwas kriminelles getan haben, mit Kindern unter einem Dach, die aufgegabelt wurden & niemanden mehr haben. Der Aufenthalt ist ungefähr vier Monate. Gefängnis kann man das aber nicht wirklich nennen, es sind keine Gitter vor den Fenstern oder so, die Kinder könnten einen Weg finden, wegzulaufen, aber viele haben keinen Ort wo sie hinkönnten. Ich durfte einen Blick in einen Schlafsaal werfen. Dort stehen viele Stockbetten drin, manche haben jedoch keine Matratzen, sondern schlafen auf dem harten Lattenrost oder auf dem Boden. Als ich die Holländerinnen darauf ansprach, meinten sie, dass Mr. Pabari vor kurzem erst 20 Matratzen gespendet hat, jedoch haben die Kinder diese teilwese kaputt gemacht - warum auch immer. Es war auf jeden Fall ein interessanter Tag!

 

Bis bald, ich denke an euch.

Einfach nur WOW !!

Samstag, 13.10.2012

Ihr könnt gar nicht glauben was ich heute erlebt habe! Das war vielleicht ein Erlebnis. Bevor ich euch erzähle, was so die letzten Tage passiert ist, muss ich euch von meinem heutigen Tag berichten.

Heute hatten nämlich die zwei Holländerinnen (Eefje & Annemarie) und ich geplant, ein bisschen wandern zu gehen. Um 6.20 in der Früh haben wir uns also getroffen, um den "Monkey Rock" zu erklimmen. Das ist eine Art riesiger "Steinhaufen" auf der Spitze eines Berges von den "Nandi Hills". Er ist jedoch nicht so wirklich bekannt hier. :P Wir wurden also von Mr. Pabari zu unserem Treffpunkt gefahren, mit uns kamen noch drei Boys, die bei ihm arbeiten, sodass wir etwas geschützt sind, und 2 Guides, die uns führen würden. Ich glaube gegen halb 8 / 8 ging es also los. Wir wollten ja schließlich ganz nach oben, bevor es zu heiß werden würde. Wir hatten uns jedoch nicht wirklich vorgestellt, wie es wohl werden würde. Es gibt dort nämlich keine Wanderwege oder so, das sind eher Trampelpfade, wo man manchmal gerade so seine Füße voreinander setzen kann. Außerdem ging es nicht irgendwie etwas flacher um den Berg herum, sonder wirklich geradewegs hoch. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie anstrengend das war. Ungefähr 2/3 des Weges gingen steil nach oben, meistens musste man irgendwie über die ganzen Felsen klettern.

Jetzt geht es los Diese Spitze ist unser Ziel Puh Immer weiter und weiter Die Wolken hängen noch tief über den Bergen Seht ihr unseren Weg? - Ich auch nicht. Unsere beiden Guides :) Immer weiter nach oben Schrecklich Eine unserer tausend Trinkpausen

Am Anfang mussten wir ungefähr alle 10 Minuten verschnaufen, weil wir nicht mehr konnten. Und wir konnten unseren Augen wirklich nicht trauen, als der eine Boy noch rumgesprungen ist, wie eine Gazelle! Auch unsere Guides, die beide älter waren, waren schneller als wir! Das war etwas deprimierend :D Aber so kaputt und fertig wir auch waren, wir wollten es unbedingt zu der Spitze schaffen!. Als wir also den steilsten Teil hinter uns hatten, ging es erstmal flacher weiter. Und es war einfach unglaublich. Wir waren nämlich plötzlich mitten im Grünen, es war wunderschön. Neben uns floss ein Bach den Berg herunter, und es war alles unglaublich ruhig, man hörte nur das Rauschen und die Tiere. Und plötzlich, in mitten dem Nirgendwo, tauchte sogar ein Haus auf! Wir trafen sogar auf ein ganzes Village und konnten es gar nicht fassen wie viele Leute dort oben leben. Naja, wir kamen dann auch unserem Ziel immer näher. Am Schluss wurde es wieder deutlich steiler, aber wir alle wollten endlich an der Spitze ankommen, wodurch wir unsere letzten Kräfte dafür nutzten, so schnell wie möglich zu laufen. Es war nur teilweise so glitschig und steil, dass ich immer wieder abrutschte und fast hinfiel. Ich machte mir schon in diesem Moment Gedanken, wie ich diesen Weg bloß wieder runterkommen würde. Aber dann hatten wir es auch endlich geschafft, wir kletterten den riesigen Stein hoch, und staunten. Es war gewaltig! Man konnte einfach so unglaublich weit blicken. Mir stockte wirklich der Atem, so schön war es! Wir hatten es wirklich geschafft. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie stolz ich auf mich bin! (Auch dass ich dort wieder heil heruntergekommen bin!). Wir konnten endlich einfach rasten und die Aussicht genießen.

Oh. Ein Haus. Wunderschön, oder? Bald haben wir es geschafft ! Und oben angekommen! Wow The Boys

Plötzlich hörten wir es donnern und merkten, wie dunkle Wolken aufzogen. Wir packten also zusammen und machten uns auf den Rückweg. ... Er war die Hölle für mich. :P Der Lehmboden war zum Glück während der Zeit getrocknet, sodass wir nicht so abgerutscht sind. Aber als dann das schlimmste kam, das Klettern über die Steine, bekam ich wirklich etwas Panik. Man musste so aufpassen, wo man hintretet, konnte sich ja nirgendwo festhalten, und das größte Problem war, das zwischen den Steinen unglaublich viel Schotter lag, auf dem du sehr schnell einfach ausrutschen konntest (was mir natürlich gleich mal passiert ist - aber alles okay, ein Boy hat mir sofort geholfen! ). Aber natürlich haben meine Gedanken verrückt gespielt, und ich habe mir ausgemalt was mit mir passieren würde, wenn ich mir jetzt ein Bein breche. Hubschrauber, um mich in ein Krankenhaus zu fliegen, gibt es hier bestimmt nicht. Oder ich hätte mir alle meine Zähne ausschlagen können... Aber bloß nicht drüber nachdenken, es ist ja alles gut gelaufen :) ich war so glücklich, als wir endlich wieder angekommen waren. Besonders vor dem Regen, weil es wurde immer dunkler, wenn es angefangen hätte, wären die Steine einfach unglaublich rutschig gewesen.

Dunkle Wolken ziehen auf Unten angekommen, der Sturm geht los

Aber ich habe es geschafft. Mir wird zwar morgen jeder einzelne Knochen wehtun, aber das war es wert! (Aber nienie wieder :D ) . Ich freue mich auf morgen, wenn ich einfach nichts tuen kann :) Eine gute Nacht euch allen, ich werde sicherlich tief und fest schlafen!

Die zweite Woche beginnt... :)

Dienstag, 09.10.2012

Hallo meine Lieben, meine erste Woche ist schon rum, und ich habe schon so viel erlebt! Ich komme mit dem schreiben gar nicht mehr hinterher :D Jeden morgen wache ich hier mit 25°C auf, bis zum Mittag hin wird es dann noch wärmer. Die Sonne ist teilweise so stark, dass man echt aufpassen muss, sich nicht zu verbrennen. Zum Glück kühlt es nachts ein bisschen ab, sodass man wenigstens einigermaßen schlafen kann. Trotzdem bin ich froh über die Hitze, wenn ich eure Wetterberichte so höre... brrr... :D

Gestern (am 8.10.) war ich mit Herr Pabari (meinem Vermieter) und den zwei Holländerinnen Essen verteilen. (Wie gesagt hilft er in einer Organisation mit http://ladiesinaction.wordpress.com). Wir hatten verschiedene Sachen zur Auswahl: Tee, Salz, Kerzen, Streichhölzer, Seife, Fett, Mehl. Die Nahrungsmittel sind für alte Leute, die nicht mehr arbeiten können. Wir kamen also an eine Schule (unser Treffpunkt) und begannen unsere Lebensmittel aufzureihen. Nach und nach kamen dann viele alte Leute, von denen dann zunächst ihr Name aufgeschrieben wurde. Jeder bekam dann von jedem eine Packung in die Hand. Außerdem hatten wir noch einen Korb voller Tücher, Klamotten..., die wir nach und nach verteilten. Manche haben sich so unglaublich über die Sachen gefreut. Eine Frau ist komplett ausgerastet, ist - soweit es eben noch ging - in die Luft gehüpft, hat gelacht, wollte uns immer wieder die Hände schütteln und hat uns die ganze Zeit gedankt. Sie hat uns sogar noch einmal, als wir wieder gefahren sind, an die Scheibe des Autos geklopft und uns zugewunken. Ein weiterer Mann war auch unglaublich goldig. In dem Korb befand sich eine Krawatte, die wir diesem Herren eben gaben. Er konnte es glaub ich gar nicht fassen. Er hat ganz strahlende Augen bekommen, und die ganze Zeit selig vor sich hin gelächelt. :) Er hat sogar versucht, sich die Krawatte in irgendeiner  Weise umzubinden...es sah so goldig aus! Aber dann kamen auch noch zwei junge, kräftige Männer - um die 25 Jahre, und wollten auch was ab haben. Nachdem Mr. Pabari dann meinte, dass es nur für die alten ist, haben sie sich total aufgeregt und rumgepienst. Als wir dann später gefahren sind, saßen sie am Straßenrand mit Freunden rum und haben nichts getan. Die haben die Möglichkeit und die Kraft zu arbeiten, rühren jedoch keinen Finger und wollen dann das Essen der Alten haben. Das hat mich doch dann wirklich geärgert.


Aufschreiben der Namen  Ausgabe der Lebensmittel Nach der Ausgabe Nach der Ausgabe Glücklich

Heute, am 9.10. waren wir wieder Wurm-Tabletten in Schulen verteilen. Doch dieses Mal waren wir in den Slums. Es war für die Holländerinnen und mich das erste Mal. Naja, die Häuser wirken alle gar nicht so schlimm. Aber es war wirklich ein schrecklicher Gestank. Er war schon auszuhalten, aber sehr unangenehm. Überall roch es nach Tieren (kein Wunder, wenn überall Schafe, Ziegen und Kühe rumlaufen), es war stickig, und es wehte kein Wind. Das schlimmste aber an allem war der Dreck auf den Straßen. Überall lag Plastik herum. Teilweise waren die Wege komplett damit bedeckt, alles war versifft und dreckig. Gar nicht schön...Umso erstaunter war ich über den Zustand mancher Schulen. Viele waren von außen bemalt, eine hatte sogar Schaukeln und eine Wippe, und sie wirkten von innen recht sauber. Als wir an den Schulen ankamen, wurden wir meist schon von einem lauten "Musungu" der Kinder begrüßt. Das bedeutet "Weiße". Viele kamen auf uns zugerannt, wollten uns die Hand geben und riefen ständig: "Musungu, how are you? I am fine!" Sie waren wirklich alle sehr goldig, wirkten glücklich und strahlten eine unglaubliche Lebensfreude aus. Wir verteilten dann eben jedem der Kinder eine Tablette und gingen weiter. Insgesammt waren wir glaub ich in 25 Schulen! Manche bestanden aus einem Zimmerchen mit 12 Schülern, andere hatten 125.Sie hatten aber alle Plakate mit verschiedenen englischen Worten und Bilder darauf.

Ein bisschen Fleisch gefällig?

Ich denke, es war wirklich eine Erfahrung dort zu sein. Was mich aber wirklich erstaunte, war die Fröhlichkeit der Kinder. Das war ein gutes Gefühl :) Trotzdem war ich wirklich froh dort raus zu sein...mit dem Gedanken, dass ich wenigstens ein bisschen geholfen habe.


Medical-Camp in Mbale

Dienstag, 09.10.2012

Am Samstag, dem 06.10. haben wir ein Medical-Camp in Mbale gemacht. Wir wurden (zum Glück) von Reckys Mann nach oben gefahren, sodass wir uns nicht in ein Matatu quetschen mussten. Als wir ankamen war schon ein Ärzteteam mit insgesamt drei Ärzten und einem Apotheker da. In der Kirch wurden drei verschiedene Tische aufgebaut. An zwei davon saßen die drei Ärzte, untersuchten der Reihe nach die Patienten und verschrieben dann verschiedene Rezepte, die die Leute dann bei dem Apotheker einlösen konnten. Es kamen unglaublich viele Menschen (ich muss mal fragen wie viele es waren) ! Wir haben mindestens 300 behandelt.

Alle Medikamente Eine riesen Schlange bildet sich Die Menschen warten (leider etwas unscharf) Die Ärzte bei der Arbeit

Viele Kinder hatten außerdem noch etwas unglaublich schreckliches. Es gibt irgendwelche Maden/Käfer (hier werden sie Checkas genannt), die ihre Eier in Wunden oder eben unter die Haut ablegen. Durch mangelnde Hygiene, schlafen auf dem Boden etc. hatten viele Kinder ganz viele schwarze "Löcher" am und im Fuß. Um es sich vorzustellen, sie sahen teilweise einfach aus wie verfault. Es war so schrecklich. Manche hatten sie auch noch an den Fingern, meist unter den Nägeln. Mal stärker, mal schwächer. Zuerst hatten wir nur eine "Station" aufgebaut, um sie zu behandeln. Es gibt irgendein bestimmtes Desinfektionszeug, in das sie ihre Füße und eventuell auch ihre Hände tauchen mussten. 20 Minuten musste das Gemisch dann einwirken, wir mussten währenddessen mit einem Labben die Bereiche abwaschen. Ich hatte mich zunächst im Hintergrund gehalten, jedoch kamen dann so viele Kinder, dass wir drei weitere Stationen aufmachten. Also musste ich auch ran - und musste gleich mal die mit dem schlimmsten Fuß behandeln. Es war einfach so schrecklich...Noch wenn ich jetzt dran denke, zitter ich und treten mir die Tränen in die Augen. Ich konnte es einfach nicht. Die Zehennägel standen ab, der Fuß war voll mit schwarzer "löchlein"... ich hatte so Angst ihr wehzutun. Ich habe dann mit der Sophia gewechselt, und einen weniger schlimmes Kind behandelt. Ich konnte es einfach nicht. Ich glaube es ist in euer aller Sinn, wenn ich kein Bild davon reinstelle.

Es kam außerdem noch ein Junge, um die 9 Jahre alt, der war so unfassbar dünn. Oft sieht man durch die Kleidung, die die Kinder tragen, nie so genau. Aber als er dann seine Hosenbeine hochzog, waren wir geschockt. Sein Bein/Wade war so dünn wie mein Handgelenk. Es ist unvorstellbar. Wir konnten es nicht begreifen und wir haben uns so hilflos gefühlt. Wir wollten zunächst ihm unser Essen, das wir eingepackt hatten (ein Apfel und Knäckebrot - nicht sonderlich viel) geben, jedoch brauchten wir es selber noch, weil wir den ganzen Tag in Mbale verbringen würden. Wir waren so hilflos, denn auch das eine Knäckebrot hätte ihm nicht lange was genützt...

Wir mussten dann auch weiter machen. Wir wollten nämlich nun noch zu drei Häusern der Kinder gehen, bei denen die Füße besonders schlimm waren, um dort auch den Boden zu desinfizieren. Wir kamen also zu dem Haus des  Jungen mit den besonders dünnen Beinen. Von außen sah es recht schön aus, ein kleiner Garten war angelegt und es war recht sauber. Ich ging also das erste Mal in ein Lehmhaus - und war geschockt. Es ist stockdunkel, da es kaum Fenster gibt. In diesem Haus gab es drei Räume. Ein Wohn-Esszimmer mit einem Sofa. Dort schlafen auch die ACHT ! Kinder. Auf dem Boden. Mir wurde auch die "Küche" gezeigt. Es war ein winziger Raum, in dem auf dem Boden ein paar Teller standen. Ich musste erstmal schlucken. Ein Mann begann mit dem Einsprühen, während wir uns ein bisschen über die Familie informierten. Die Frau hat insgesamt acht Kinder und muss zusätzlich die Großmutter versorgen. Ihr Mann ist vor kurzem verstorben (das war schon fast makaber, auf die Frage, wo ihr Mann sei, zeigte sie auf ein Stück Gras neben uns. Hier werden die Verwandten im Garten begraben. Sehr fremder Gedanke!). Sie arbeitet in irgendeinem Garten und bekommt 2 Euro in der Woche, muss jedoch (hab nicht ganz verstanden warum) etwas abgeben, sodass ihr nur 25Cent übrigbleiben. Wir waren wirklich geschockt. Gabi spendet jetzt 50€ damit wir ihr wenigstens Matratzen für die Kinder kaufen können.

Das Haus der Frau Ein kleiner Garten beim Einsprühen

 

Wir gingen noch zu 2 weiteren Häusern. Wir wurden sogar zwei Mal von angesprochen. Ein Mann kam zu uns, machte Gestern, wie schlecht es ihm geht, dass er arm und krank ist und dringend Geld braucht. Man war in dem Moment so hilflos, weil man ja nicht einfach Geld vergeben kann. Es war so schrecklich ihn einfach zu ignorieren bzw "nein" sagen zu müssen. Aber es gab auch andere Leute. Eine Familie hat uns sogar einen Beutel voll Feigen geschenkt! Solche Momente machen einen wirklich glücklich, dass die Menschen einem dafür danken, was man tut.

Wir sind dann langsam wieder zum Camp zurückgegangen, wo die Ärzte ganze Arbeit geleistet hatten. Es waren kaum noch Menschen da und wir konnten bald aufhören.

Das Team

Als ich zu Hause angekommen war, war ich wirklich fertig. Der Tag war für mich unglaublich heftig. Es war das erste Mal, dass ich mittendrin war und die Armut mit eigenen Augen gesehen habe. Ich habe später auch mit meiner Familie und mit Lars geskypet und musste all meine Erlebnisse und Erfahrungen loswerden und teilen. Danke, dass ihr da seid.

Das Abenteuer hat begonnen... :)

Samstag, 06.10.2012

Sooo, hier bin ich endlich wiederLächelnd und es ist einiges passiert in den letzten Tagen. Ich hab sehr viel erlebt und schreckliche aber gleichzeitig auch schöne Sachen gesehen. Aber von vorne:

Am Mittwoch, den 03.10. , habe ich mich morgens mit Ronja getroffen. Mr. Pabari, der Vermieter unserer Wohnungen arbeitet bei einer Foundation mit, und geht regelmäßig Essen an Arme und Alte verteilen, macht "Medical Camps" an Schulen und hilft somit vielen Kindern und Armen Menschen. An diesem Tag also haben wir uns mit ihm und zwei Holländerinnen (sie wohnen in der Wohnung unter mir) getroffen, um uns auf den Weg zu zwei Schulen etwas von Kisumu entfernt zu machen.

Es ist schon ein eigenartiges Gefühl als "Weiße" durch die Gegend zu fahren oder zu laufen... Wenn Kinder einen durch die Fenster vom Auto sehen, fangen die meisten ganz wild an zu winken und rumzuschreien. Man ist eine riesen Attraktion. Daran habe ich mich immer noch nicht so recht gewöhnt. Viele wollen einen berühren, und fragen wie man heißt und wie es einem geht. Das ist sowieso ein Merkmal hier: So gut wie jeder Kenianer, Erwachsene und Kinder, geben einem zur Begrüßung die Hand. Sie sind ein wunderbar freundliches Volk !

Aber zurück zu der Schule. Wir sind also an der ersten Schule angekommen, und wurden schon, als wir nur mit dem Auto zum Tor herein gefahren sind, von vielen Schülern umringt.

Die Kinder betrachten gespannt das Auto. Kinder beobachten uns.

Diese mussten aber dann recht schnell wieder in die Klassen zurückkehren, damit wir mit unserer Arbeit beginnen konnten. Zuerst haben wir, in verschiedenen Klassen verteilt, jedem Kind eine Wurmtabletten gegeben. In einem Klassenzimmer sind ungefähr 35 Kinder. Manchmal gibt es nicht genug Tische und Stühle, sodass viele auf dem Boden sitzen müssen. Als ich also in die Klasse hineinkam, waren alle am quatschen und kichern. Viele fanden sich unglaublich lustig und haben versucht zwei oder mehrere Tabletten zu ergattern (die sehen aber auch einfach alle gleich aus!). Ich musste ihnen immer wieder klar machen, dass sie von zu vielen Tabletten krank werden! Ich war froh, als ich aus den Klassen wieder raus konnte...

Weiter gings mit der Säuberung,Begutachtung und dem Verbinden von Wunden. Wir bekamen also einen Tisch worauf alle Medikamente gestellt wurden, wo die Schüler dann behandelt werden sollten. Das machten die zwei Holländerinnen. Sie machen im Moment eine Ausbildung zur Krankenschwester, wodurch sie schon Praxiserfahrung haben und sich damit auskennen. Ronja und ich bekamen die Aufgabe, die Köpfe der Kinder mit einer bestimmten Salbe einzureiben.Viele haben dort nämlich einen von Würmern verursachten weißlichen Ausschlag, der sich, wenn man ihn nicht behandelt, über den ganzen Körper verbreiten kann. Bei manchen Kindern war wirklich der ganze Kopf bedeckt...

Unser kleines Ronja beim Einsalben der Köpfe. Verarzten der Wunden.

Wir fuhren danach noch zu einer weiteren Schule, wo wir das ganze noch einmal machten. Viele Kinder kamen auch mit Ausschlägen und Wunden zu uns, bei denen wir einfach nichts machen konnten, weil wir keine Ärzte sind. Es ist aber so schrecklich, dass sich die meisten keinen Arztbesuch geschweige denn Medizin leisten können. Ich hoffe, wir konnten ihnen schon damit ein wenig helfen!

 

Komme ich nun zum Donnerstag, dem 4.10. . Der Tag begann einfach wunderbar. Wir hatten nämlich alle zusammen vor, morgens um 6.00 Uhr bei Sonnenaufgang eine Hippo-Tour auf dem Lake Viktoria zu machen.

Der Victoriasee (auch Viktoriasee, Victoria Nyanza, früher Ukerewesee) liegt in Ostafrika und ist Teil der Staaten Tansania, Uganda und Kenia. Er ist der drittgrößte See der Welt (nach dem Kaspischen Meer und dem Oberen See) und der zweitgrößte Süßwassersee der Welt. Der Victoriasee ist somit der größte See Afrikas, er verfügt über ein Einzugsgebiet von 193.000 km². Er hat eine Oberfläche von 68.800 km², dies entspricht in etwa der Fläche Bayerns oder Irlands. An seinen Ufern lebten 2007 etwa 30 Millionen Menschen. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Victoriasee)

Es war ein unglaubliches Erlebnis. Man fährt mit einem kleinen Holzboot (in unserem Fall mit Motor) mit einem Fahrer am Rande des Sees entlang. Wir hatten sogar jemanden, der uns noch viel über die verschiedenen Pflanzen, Tiere, Menschen und Tatsachen berichtete. Ich kann eigentlich kaum was darüber schreiben, ich denke die Bilder sagen mehr als meine Worte! :)

Die Boote Sonnenaufgang :) Sonnenaufgang auf dem See Fischer. Fischer Ein Fischerboot :) Hippos :) Hippos :) Hippos bei Sonnenaufgang. Unser Boot. Unser Boot Ein Fischerboot :) Fischerboot mit Herzwolke :) Ein Fischerboot :)

Es war wirklich ein großartiger Start in den Tag :)

Nachmittags waren wir bei Recky (sie arbeitet bei "hope" hier vor Ort) zum Essen eingeladen. Sie wohnt in einem kleinen Village, etwa 30 Minuten von der Stadt entfernt. Wir waren sehr gespannt was uns erwarten würde. Wir hatten uns für die Hinfahrt einen berfreundeten Taxifahrer gerufen, wollten dann auf dem Rückweg ein Matatu nehmen, ein sogenannter "Bus". (Ihr werdet noch Bilder sehen und verstehen, warum ich es in "..." setze ;) ) Mit dem Taxi ging es dann aus der Stadt raus, bis wir irgendwann auf einen erdigen Weg einbogen, der gerade breit genug für ein Auto war. Über unzählige Schlaglöcher, Steine... ging es dann weiter. Nach bestimmt 15 Minuten Fahrt durch den Busch waren wir endlich angekommen. Recky begrüßte uns schon ganz herzlich und hieß uns bei sich Willkommen.

Recky hat einen Traum, sich später man ein richtiges, schönes Haus leisten zu können. Sie, ihr Mann und (ich glaube) ihre drei Kinder haben davor in der Stadt gewohnt. Sie haben sich aber nun ein Stück Land gekauft, können so immer ein bisschen Geld zurücklegen und sparen. Recky meint, sie liebt das Leben auf dem Land. Sie hat ein großes Grundstück, eigene Hühner, eine Ziege und ein Schaf, ein riesiges Feld für Mais, Spinat, Bohnen und anderes Gemüse und Obst.

Reckys Haus Die Toilette und Dusche Recky vor ihrem Feld

Als wir ankamen war schon der Tisch für uns im Schatten eines großen Mangobaums gedeckt.

Der gedeckte Tisch Ronja, Sophia und Gabi

Es gab leckeres Chapati, Linsen und leckeres Hühnchen  (das, was wir später erfuhren, aus ihrer eigenen Haltung stammte). Die Herausforderung auch hierbei war, den flüssigen Linseneintopf mit dem Chapati und den Händen zu essen. Aber wenn man es dann mal geschafft hatte, schmeckte es wirklich himmlisch. Es war unglaublich lecker und wir alle schlugen uns so richtig den Bauch voll!

 

Chapati oder Roti ist ein Fladenbrot. Es wird aus Chapatimehl, einer Vollkornmischung aus Gerste, Hirse und Weizen, hergestellt. Es ist das Hauptnahrungsmittel in Pakistan und Nordindien. In Südindien wird hingegen mehr Reis gegessen.

Chapatis sind von indischen Einwanderern auch nach Ostafrika gebracht worden und gelten in Kenia, Uganda und Tansania unter demselben Namen als einheimisches Essen. Als Chapatimehl wird hier Weizenmehl verwendet und die Pfanne wird vor dem Backen eingefettet.

Zur Herstellung wird Chapati- oder Weizenvollkornmehl mit Wasser, etwas Ghee oder Öl und Salz zu einem Teig verarbeitet, nach dem Ruhen dünn ausgerollt und trocken in einer Pfanne von beiden Seiten kurz gebacken. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Chapati)

 

Als wir dann irgendwann fertig gegessen hatten, überlegten wir uns, wie wir also nach Hause kommen würden. Wir wollten langsam los laufen als es langsam immer dunkler und dunkler wurde und es zu donnern anfing. Und wie wir es dann auch erwartet hatten, fing es plötzlich an zu regnen. Aber was für ein Regen es war, so etwas habe ich wirklich noch nie erlebt. Urplötzlich kamen unglaublich dicke Tropfen vom Himmel und innerhalb von ein paar Sekunden schüttete es nur so aus Eimern. Wir flüchteten alle schnell zu Recky ins Haus, wo sie uns einen Tee machte. Wir waren in dem Moment einfach so froh, dass wir nicht schon los gelaufen waren. Es hätte bei diesem Regen nichts genutzt, sich irgendwo unter zu stellen, wir wären binnen Sekunden bis auf die Haut durchnässt gewesen. Da saßen wir also in dem Wellblechhaus von Recky und hofften, dass der Regen schnell wieder aufhören würde. Aber er wurde nur noch schlimmer. Es bildeten sich riesige Pfützen und innerhalb des Hauses war es so laut, dass man sich kaum verstehen konnte. Durch das Wellblech wurde jeder einzelne Topfen, der aufprallte, unglaublich verstärkt und es war eine Lautstärke, dass es sogar wehtat.

Unglaublich dunkler Himmel. Regen. Viel Regen. Sehr viel Regen. Unglaublich viel Regen. Recky beim Tee machen.

 

Wir warteten also glaube ich etwa 1,5 Stunden lang, bis es endlich aufhörte zu regnen. Die Aussicht auf ein volles Matatu und viele nasse Menschen war auf einmal gar nicht so verlockend. Außerdem hätten wir in unseren Flipflops erst einmal den ganzen weg durch den Busch laufen müssen. Außerdem ging es Sophia gar nicht gut, und so entschieden wir uns, unseren Taxifahrer Ben zu rufen. Wir waren alle fix und fertig als wir endlich daheim angekommen waren. Bens Auto war komplett Schlamm verschmiert und er hat bestimmt ein paar neue Kratzer und Dellen durch die vielen Steine und Sträuche bekommen, aber wir waren ihm für das abholen so unglaublich dankbar. Ich war froh trocken und sicher nach Hause gekommen zu sein und bin totmüde ins Bett gefallen.

 

Am nächsten Tag, Freitag den 5. Oktober, sind Gabi, Recky und ich hoch nach Mbale gefahren. Wir haben uns mit Recky um 10 am MatatuPoint in Kisumu getroffen. Für Gabi und mich war dies die erste Matatu-Fahrt und wir waren etwas nervös deswegen.

Ein Matatu ist ein Sammeltaxi in Kenia. Der Name leitet sich von dem Swahili-Begriff „ma tatu“ - „für drei“ ab. Damit waren drei Shilling gemeint, ein Pauschalpreis, wofür man in der Kolonialzeit in Nairobi überall hin fahren konnte.

Mittlerweile fahren die Taxis nicht nur in der Stadt, sondern erreichen den letzten Winkel des Landes. Früher waren die Wagen meist Peugeot-Pickups mit einer aufgesetzten Kabine, heute sind es meistens 15-sitzige Minibusse japanischer Fabrikate (fünf Sitzbänke zu je drei Personen). Oft fahren die Wagen ganz bestimmte Strecken, haben Schilder mit den Zielorten oder Preislisten am Fenster kleben. Gern sind die Matatus hinten mit frommen oder kecken Sprüchen wie „Gott rettet Dich“ oder „Disco-King“ versehen. Das Personal eines Wagens besteht aus einem Fahrer und einem „Schaffner“, einem sog. Manamba (kish.) = englisch „conductor“.

Berüchtigt wurden die Matatus, weil sie ständig überfüllt waren und nahezu alles, was es zu transportieren gab, z.B. Betten, Maissäcke oder Hühner, im oder auf dem Wagen transportierten. Aufgrund der mangelnden technischen Wartung und des oft überhöhten Tempos passierten immer wieder schwere Unfälle. Obwohl die Überladung immer schon verboten war, bestachen die Fahrer oft die häufigen Polizeisperren oder signalisierten mit der Lichthupe und Handzeichen dem Kollegen im Gegenverkehr, wenn eine Kontrolle lauerte. Dann stoppte das Matatu, ließ entsprechend Leute raus und an dem Polizeiposten zu Fuß vorbeigehen. Außer Sichtweite nahm der Wagen die Fußgänger wieder auf. Seit 2004 sind die Kontrollen wesentlich strenger geworden. Die Wagen sind durch einen gelben Streifen als Matatus zu erkennen. Außen ist die maximale Beförderungsanzahl angegeben. Die Wagen sind oft im Besitz von Geschäftsleuten, die manchmal bis zu ein paar hundert Matatus unterhalten. Heute kosten innerstädtische Fahrten im Matatu in Nairobi zwischen 20 und 100 Kenia-Schilling, je nach Zielort und Tageszeit. So sind Fahrten in die Slums billiger und während der Hauptverkehrszeit eher teuer. (http://de.wikipedia.org/wiki/Matatu)

Unser Matatu. Der, der das G Unser Matatu Matatu von innen

Es ist unglaublich abenteuerlich, in so einem Ding mitzufahren...Es ist eng, stickig, und man kann sich gar nicht vorstellen wie viele Menschen sich in so ein Auto quetschen können. Ein Mann, der später das Geld annimmt, steht sogar oft halb draußen. Ich hatte Glück uns saß bei der Fahrt direkt am Fenster und hatte so wunderbaren Fahrtwind während der Strecke. Aber es gab noch ein weiteres unangenehmes Problem. Ich war einfach zu groß für die hinteren Sitze. Ich musste meine Knie irgendwie anwinkeln und zur Seite kippen, gleichzeitig musste ich mich zusammenkauern um mit meinem Kopf nicht an die Decke zu stoßen. Hier in Kisumu gibt es auch keine Ampeln oder sonstige Straßenschilder, das einzige was sie haben, um Ordnung in den Verkehr zu schaffen, sind Kreisverkehre und Bodenwellen. Und bei jeder dieser Wellen oder Schlaglöcher musste ich auf meinen Kopf aufpassen. War gar nicht mal so angenehm :D

Nach etwa 45 Minuten Matatu-Fahrt ging es noch etwa 5-10 Minuten mit dem Motorrad durch den Busch, bis wir endlich angekommen waren.

Als wir abstiegen kamen uns schon die ersten Kinder entgegen gerannt und wollten uns berühren und unsere Hände schütteln. Ich habe mich zunächst im Hintergrund gehalten und habe mich etwas unwohl gefühlt. Gabi hatte für jedes Kind einen Lolli und einen Keks dabei und sie gleich den Kindern verteilt. Wie die sich gefreut haben! Da wurde nicht rumgemeckert, dass aber die eine Farbe nicht schmeckt, und es einen anderen haben will. Alle diese Kinder sind einfach so goldig. Sie haben gelacht, sich richtig gefreut, und von jeder Seite kam "How are you?". Nach dem wir alle Kinder und Frauen begrüßt haben, sind wir in die Kirche gegangen. Dort wurden wir dann erstmal von allen so herzlich begrüßt, der Frauenchor hat gesungen, es wurde gebetet und uns tausendmal gedankt. Als wir dann noch die Spielsachen ausgepackt haben, die wir mitgenommen hatten (Bälle, ein großes Buch, und solche kleinen Plastikstelzen für Kinder), waren die Kinder nicht mehr zu halten und sind raus gerannt, um mit ihnen zu spielen.

Kinder Kinder bekommen Kekse und Lollis Kinder am Spielen :) STelzen

Danach wurde uns erst einmal der Kindergarten gezeigt. Er wurde nämlich grad vor 2 Wochen neu gestrichen. Dort haben sie uns dann erstmal vorgeführt, was sie schon können (entschuldigung die wacklige Kameraführung ;) )

Im Kindergarten :)

Danach mussten wir von jedem einzelnen Kindergartenkind ein Foto für die Paten dieser machen. Manche haben sogar noch ein Bild für sie gemalt. Außerdem haben wir auch noch die Kinder fotografiert, die neu in den Kindergarten kommen, und hoffentlich auch noch einen Paten finden. Man hat nämlich wirklich einen Unterschied gemerkt. Die, die schon länger dabei sind, was zu essen bekommen, wirkten weit aus glücklicher als die neuen Kinder. Diese waren sehr eingeschüchtert und unglücklich.

Als wir fertig mit allem waren, durften wir noch den Kindern ihr essen ausgeben.

Ich beim essen ausgeben

Als wir uns verabschiedeten liefen uns die meisten Kinder hinterher. Für uns ging es aber wieder zurück (per Matatu) nach Hause.

(Fortsetzung folgt Zwinkernd)

Angekommen... :)

Dienstag, 02.10.2012

Hallöchen meine Lieben, liebste Grüße aus dem wunderbar warmen Kisumu. Gestern um 22.20 Uhr startete mein Flug von Frankfurt nach Dubai, von dort aus dann nach Nairobi und dann gings noch mit einem Inlandflug von Nairobi nach Kisumu. Zum Glück bin ich auch nicht alleine geflogen, Gabi, eine Mutter von zwei Mädels (Sophia & Ronja) ist mit mir geflogen und so musste ich den Flug nicht alleine verbringen. Ich bin dann gestern gegen 19.00 Uhr (Ortszeit) gut hier angekommen und wurde sofort nett begrüßt und zum Appartment gefahren.

Mein Bett Dusche & Toilette Küche Wohn-/ Essbereich

Wie ihr seht, habe ich hier alles was ich brauche Lächelnd Die erste Nacht hier war auch eigentlich sehr erholsam. Durch die lange Reise war ich ziemlich k.o. und bin wie ein Stein ins Bett gefallen. Die Mädels haben mir auch netterweise gleich noch was zum Frühstück besorgt gehabt, sodass ich am nächsten morgen schon Toast, Butter und Wasser hatte.

Heute ging dann für mich der Tag um 9.00 Uhr los. Wir (Gabi,Sophia,Ronja) haben uns alle getroffen und sind zusammen zum Waisenhaus gegangen. Lauter süße Knirpse. Lächelnd Nachdem wir dort zwei Stunden verbracht haben und mit den Babys/Kleinkindern gespielt und sie beschäftigt haben, sind wir dann erst einmal einkaufen gefahren. Per Motorrad. D.h. man setzt sich zu zweit hinter einen Fahrer und wir dann über teilweise recht holprige Straßen zu seinem Wunschort gefahren. Lächelnd Das war alles sehrsehr abenteuerlich!

Der Laden, in dem wir waren, war riiiieeesig! Dort kann man einfach alles bekommen. Ich habe mich erst einmal eingedeckt mit den nötigsten Sachen, die dann von den "Einpackern" in dem Laden in Plastiktüten verpackt wurden und per Tuctuc (Bild folgt noch) mit uns zum Appartment gebracht wurden.

Nachmittags waren wir dann auch noch am See sehr lecker Fisch essen.

Der beste Fisch :)  Lecker!

Das ungewohnte war natürlich, dass dort mit den Fingern gegessen wird. (Papa, das wär für dich gar nix ! Zwinkernd ) Das Essen war aber richtig lecker und danach waren wir alle bis zum platzen gefüllt.

Kisumu ist eine echt schöne Stadt, mit vielen netten Leuten, und an manchen Stellen richtigen Villen, aber natürlich sieht man auch die andere Seite, wenn man zum Beispiel an den Slums vorbeifährt.

Slums am Straßenrand Recnts ein Tuctuc, Mitte ein Motorrad, Hintergrund die Slums Spielende Kinder in den Slums

 

Alles in allem geht es mir richtig gut hier, aber natürlich vermisse ich alle daheim. Fühlt euch alle ganz arg von mir gedrückt! Ich werde mich auf jeden Fall regelmäßig melden. :) Liebste Grüße, eure Johanna

Bald geht es los

Sonntag, 23.09.2012

Hallo alle zusammen, willkommen auf meiner Homepage, auf der ich euch regelmäßig meine Erlebnisse in dem weitentfernten, fremden Land Kenia berichten werde.

Am 30. September ist es soweit und ich werde meine große Reise am Frankfurter Flughafen beginnen. Ich bin schon richtig gespannt und aufgeregt auf die vielen neuen Erfahrungen, die ich in Kenia machen werde.

Ich werde im Westen von Kenia, in Kisumu, wohnen.

"Kisumu ist mit 320 000 Ew. die drittgrößte Stadt des Landes. Direkt am Kavirondo-Golf des Victoria-Sees gelegen, entstand sie in der britischen Kolonialzeit, im Jahre 1901, als die letzten Schienen der Eisenbahnlinie hier verlegt wurden, die Kenia mit Uganda verbinden sollte. »Port Florence« hieß es damals. Mit der Bahn und der günstigen Lage am See wurde die Stadt bald zur Drehscheibe des Warenverkehrs der Region, eine blühende Handelsmetropole. Vom Aus der Ostafrikanischen Gemeinschaft, einer gemeinsamen Handelszone, im Jahre 1977 war Kisumu besonders betroffen. Erst langsam kehrt jetzt die alte Geschäftigkeit zurück.

Die Hauptstraße Kisumus ist die Oginga Odinga Road, dort findet man Geschäfte, Wechselstuben und ein Postamt. Äußerst bunt und lebhaft geht es auf dem Markt am Jomo Kenyatta Highway zu." 

(http://www.tripwolf.com/de/guide/show/687064/Kenia/Kisumu-and-around)

Zwei Tage in der Woche werde ich in dem Waisenhaus "New-life-home-trust" arbeiten und helfen. Zur Zeit leben dort 39 Kleinkinder und Babys, die verlassen und ausgesetzt wurden. Mittlerweile gibt es dort sogar einen Projekt, wo Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen aufgenommen werden können. (http://www.newlifehometrust.org/kisumu.html)

Den Rest der Woche verbringe ich in dem Projekt von "hope e.V." (http://www.hope-deutschland.de)

Der als gemeinnützig anerkannte Verein "hope e.V." hat es sich zur Aufgabe gemacht, humanitäre Projekte hauptsächlich für Frauen und Kinder in Kisumu/Kenia zu initiieren und zu unterstützen. Gemeinsam mit den Betroffenen entwickeln sie auf partnerschaftlicher Ebene die notwendigen Unterstützungsprogramme.

Im Jahr 2010 hat "hope" in Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen folgende Unterstützungsprogramme auf den Weg gebracht und dadurch die Lebenssituation der Frauen und Kinder verbessert:

Versorgung, Bildung, Erziehung:

  • Eröffnung eines Kindergartens für 40 Kinder
  • täglich zwei warme Mahlzeiten für die Kinder
  • Aufnahme von 50 Grundschülern in das Förderprogramm

Gesundheit:

  • medizinische Hilfe und Vorsorge für die Bevölkerung durch jährliche „medical camps“
  • medizinische und materielle Soforthilfe bei besonders kritischen Notlagen
  • Moskitonetze für die Kinder zum Schutz gegen Malaria
  • warme Pullis für die Kinder zum Schutz gegen Erkältung

Hilfe zur Selbsthilfe:

  • Training und Unterweisung interessierter Frauen in der Herstellung von Textilprodukten, Schmuck und Grußkarten
  • Beschaffung von Geräten (z. B. Nähmaschinen) und Materialien zur Produktion

Einen warmen Pulli für die Kindergartenkinder in Mbale. (Quelle: http://www.hope-deutschland.de/?lang=de )   Die Frauen präsentieren stolz ihren selbst hergestellten Schmuck. (Quelle: http://www.hope-deutschland.de/kinderhilfe/aktuelles/?lang=de) Mbale (Quelle: http://www.hope-deutschland.de/unser-anliegen-2/?lang=de ) Die Kinder vor ihrem neuen Kindergarten. ( Quelle: http://www.hope-deutschland.de/projekte/?lang=de )

Ich bin sehr gespannt, was mich dort alles erwartet und freue mich schon sehr auf meine Reise. Lächelnd